5 Dinge, die ich von Oliver Krumes in der Street Photography gelernt habe!

Boah, wie die Zeit vergeht, meinen ersten Street Walk hatte ich im Februar 2019 mit Oliver Krumes – da habe ich ihn auch persönlich kennengelernt. Muss schon ein ulkiges Bild gewesen sein, Oliver ist fast 2 Köpfe größer als ich. Was ein Kerl. 🙂

Oliver, für mich der Meister der Schatten oder des Lichts – ganz wie du willst. Viele werden ihn sicher kennen. Er ist Mitglied des Berlin1020 Straßenfotografie Kollektiv aus Berlin, in dem z.B. auch Chris Candid oder Roland Groebe vertreten sind.

Oliver ist ein „Reisender“ – er ist ständig unterwegs. Nicht nur zwischen Berlin und München, nein – in der ganzen Welt. 2017 wurde er sogar als einer der 20 einflussreichsten Straßenfotografen von den Lesern des Streethunters Blog gewählt. Ich habe ihn als sehr sympathischen, ruhigen und auch interessierten Menschen kennengelernt. Und natürlich auch als einen klasse Fotografen.

Besuch unbedingt die Webseite von Oliver, hier findest du haufenweise Tipps und Anregungen zum Thema Street Photography. Einen tollen Blog mit Beiträgen zu vielen spannenden Themen. Empfehlung!


Hier gehts direkt zu seinem Blog!

Ganz besonders klasse sind Olivers Städte Guides!
Mit allen möglichen Tipps rund um die Street Photography in der jeweiligen Stadt – und es sind viele Städte in seiner Liste. Mega klasse.


#1 Kamerasettings

München 2019

Bei schönem Wetter mit viel Sonne und tollen Schatten, kannst du auch ausnahmsweise die Automatik mal links liegen lassen und die Kamera mit folgenden Settings beglücken:

  • ISO 400
  • Blende 11
  • 1/500sek.

Gerne auch mit der Blende/Zeit ein wenig spielen, je nach vorherrschender Lichtsituation. Bringt den entscheidenden Vorteil, dass die Kamera nicht aus Versehen einen dunklen Bereich, einen der im Schatten liegt, als Belichtungsmesspunkt nimmt und somit den Effekt zu Nichte macht. Falls du mit der Zeitautomatik arbeiten möchtest, solltest du immer auf dem hellsten Bereich die Belichtung messen!

#2 Lass die Leute aus den Schatten treten

München 2019

Wenn man das Spiel mit Licht und Schatten wagen will, ist ein netter Effekt, die Gesichter der Passanten vor Schwarz freizustellen. Die Fotos wirken dann fast schon arrangiert oder gar wie eine Studioaufnahme. Aber in Wirklichkeit ist es tatsächlich so, dass es bei diesen Bildern so gut wie keiner Bildbearbeitung bedarf – sollte alles korrekt geklappt haben 🙂

Ok, in meinem Fall in Schwarzweiß umwandeln, eh klar! 🙂

Hier gerne die Serienfunktion deiner Kamera benutzen, wenn vorhanden. Im besten Fall unmittelbar bevor die Person ins Licht tritt los feuern.

#3 Keine überlappenden Personen

München 2019

Das gilt eigentlich für jedes Foto, ob mit Schatten oder ohne. Es sei denn, es ergibt einen gewünschten Effekt. Grundsätzlich sind aber einzeln Personen, die nicht zusammen geknödelt sind, immer die bessere Wahl bei einem Foto.

Das hört sich einfacher an als gesagt. Wie oft sind Pärchen unterwegs (dürfen sie ja auch, haha) oder bilden sich ganze Menschenmengen vor deiner Kamera zu einem riesigen, verwirrenden Knäuel. Da hilft nur abwarten oder eine andere Position ausprobieren.

#4 Bleib am Ball

München 2019

Hört sich banal an, aber so ist es. Als ich mit Oliver unterwegs war, haben wir bis zum letzten Sonnenstrahl, der herrliches Licht geliefert hat, fotografiert. Gequatscht haben wir beim Gehen zu den nächsten Spots oder bis einer was Interessantes gesehen hatte.

Ich war eher so in Stimmung mal ein Bierchen zwischendurch zu zwitschern. Oliver hätte bestimmt nicht nein gesagt, aber man hat gleich gemerkt, hier wird die Sonne ausgenutzt – alles andere kann man immer noch machen – Schattenbilder ohne Sonne jedoch nicht.

Finde ich eine tolle Einstellung und hat mir dann wirklich noch das ein oder andere (gute) Bild beschert!

#5 Gutes Licht gibt es überall!

München 2019

Oft erwischt man sich bei Ausreden, wieso man dieses oder jenes Foto nicht schießen konnte. Weil die Stadt, in der man lebt, einfach nicht die richtige ist. Natürlich kann man in einem 3.000 Seelendorf keine Skyline fotografieren, aber besondere Licht- und Schattenspiele gibt es überall. Wenn man denn genug Geduld mitbringt.

Der eine Moment, wenn das Licht nur für kurze Zeit erscheint und somit aus einer vielleicht alltäglichen wie langweiligen Szenerie, etwas ganz besonderes schafft – dann musst du am Start sein und abdrücken. Der richtige Moment ist entscheidend. Vielleicht passiert auch sonst weiter nichts und du hast heute kein Glück, weil sich kein Passant fand, der die „Bühne“ betreten hat. In nem Dorf, und den Unterschied gibt es dann schon zu einer Großstadt, sind halt definitiv weniger Leute auf der Straße unterwegs. Hier heißt es geduldig sein und im Zweifelsfall am nächsten Tag nochmal hingehen und sein Glück versuchen.

Solche Bilder entstehen dann nicht im Vorbeigehen – sie sind erarbeitet. Also Geduld mitbringen, deinen Blick schulen, und eine Szene/Bühne finden, bei der sich für dein Foto etwas abspielen soll.

Danke an Oliver, für die schönen Walks und hoffentlich bis ganz bald. Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir viel Glück, bei was auch immer du gerade tust.

Beste Grüße mein Freund,
dein Mark