21mm Challenge

Einschränkung befreit

Jedes Jahr erlege ich mir ja selbst eine Challenge, um neue Wege und Möglichkeiten in der Fotografie für mich zu entdecken. Einmal nur in Schwarzweiß, nur mit 35 oder 75mm fotografieren oder das Augenmerk rein auf abstrakte Dinge legen …

So dachte ich eigentlich, dass ich dieses Jahr mal jenseits der 100mm loslege – als Inspiration diente mir hier der großartige Saul Leiter, der viel mit 90 – 150mm Objektiven fotografiert hat. Das wollte ich unbedingt ausprobieren – ohne dem Anspruch eines Saul Leiters gerecht zu werden, versteht sich.

Aber wie das so ist, man kennt es, kommt es anders als man denkt. Ich weiß garnicht mehr wie genau die Entscheidung mit 21mm für dieses Jahr entstanden ist. Die Weitwinkellinse habe zwar schon lange auf dem Schirm, da ebenfalls einer meiner Lieblingsfotografen, Mark Cohen, in seinen Anfängen sehr viel mit 21 und 28mm unterwegs war. Die intime und raue Art seiner Bilder fasziniert mich jedesmal aufs Neue. Intim deshalb, weil man mit 21mm verdammt nah ran muss – und ich meine wirklich nah. Dafür wird man dann aber auch mit Bildern belohnt, die einem wirklich das Gefühl des „Mittendrin seins“ vermitteln.

Dann hatte ich beim meinem regelmäßigen Abgrasen des Internets das Leica Summilux 21mm bei MPB zu einem unschlagbaren Preis gesehen – sofern man bei Leica von sowas überhaupt sprechen kann – ein Schnapper quasi – haha. Klar, wer braucht bei einem Weitwinkel schon Blende 1.4? Das kann ich schnell beantworten: ich 🙂 Es macht einfach unheimlich Spaß das Teil offen zu benutzen. Größentechnisch ist die Süße allerdings für Leica-Verhältnisse ein echter Klopper.
Kurz zu MPB, ich habe dort jetzt schon mehrmals was gekauft und es war immer alles perfekt – und das zu wirklich guten Preisen inkl. 12 Monate Garantie.

Also, reden wir nicht lange um den heißen Brei – ich hab das Teil jetzt hier liegen und meine Challenge lautet, 1 Jahr, 21mm. Mir geht das auch deshalb so leicht von den Lippen, weil ich mich total angekommen fühle mit der Brennweite. Ich denke wir beide kommen gut miteinander aus und werden viel Spaß zusammen haben. Momentan sind die Bilder noch Spielerei und ich bilde mir auch sicher nicht ein, Fotos like Mark Cohen zum Besten zu geben. Aber den Weg schonmal zu beschreiten und sehen was kommt, fühlt sich großartig an.

Kurze bisherige Erfahrung

Positiv: Es geht viel aufs Bild. Story ich komme.
Negativ: Es geht viel aufs Bild 🙂 Will sinnvoll gefüllt sein.
Ansonsten: Es macht Spaß sich ins Getümmel zu schmeißen, nah ran zu gehen, mit stürzenden Linien sich auszuprobieren, neue Bildideen anzugehen und Offenblende hier und da einzusetzen.

Warum das Ganze?

Das Permanente Nutzen einer Sache zwingt einen immer wieder aufs Neue mit den Gegebenheiten klar zu kommen und sich auf die Situation und das Werkzeug intensiver einzulassen. Was sich anfangs noch hölzern und unrund anfühlt kann nach einer Gewissen Zeit zu einem echten Gamechanger werden und süchtig machen. Hört sich hochtrabend an, aber einfach mal ausprobieren. Alles unter 3 Monate bringt aber in meinen Augen nix.
Bin schon selbst gespannt, wie mein Abschlußpost dazu im Dezember ausfallen wird – ob die Bilder besser geworden sind oder wir (die süßen 21mm und ich) vielleicht doch nur ein Techtelmechtel zusammen hatten :-).

Setzt Du Dir auch manchmal Challenges? Muss ja nicht nur in der Fotografie sein. Schreib mir doch gerne in den Kommentaren, würde mich jedenfalls interessieren und sehr freuen.

Dir eine gute Zeit und Danke fürs Vorbeisurfen,
Dein Mark